Angkor

die weltgrößte Tempelstadt

Nachdem wir spät abends in Siem Reap ankamen, kümmerten wir uns direkt um einen Tuktukfahrer für die folgenden Tage. Hauptsächlich wollten wir nach Angkor, der großen Tempelstadt.
Gleich am nächsten Morgen wurden wir pünktlich abgeholt und nach Angkor gefahren. Dort angekommen waren wir überrascht über die vielen Kontrollen und Anwesenheit sämtlicher Polzisten und/oder Militärangehörigen. Auch mussten wir unser Ticket kaufen, das für 40 US Dollar ganze 3 Tage gültig war. Anders als „normale“ Tickets, wurden hier sogar direkt am Schalter Fotos von jedem einzelnen gemacht und auf das Ticket abgedruckt.

Da Angkor selbst mehr als 1000 Tempel beherbergt, waren wir froh dass unser Fahrer sich hier wohl wie in seiner Westentasche auskannte. Er zeigte uns alle wichtigen Tempel, gab uns wichtige Infos mit und fuhr uns überall problemlos hin – und dass auf knapp 200 km²!

Allgemein gibt es aus den Bau-/ und Herrscherzeiten Angkors keine schriftlichen Überlieferungen, sodass es zwar Zeitangaben aus Wissenschaftlichen Sichten gibt, jedoch immer wieder für Diskussionen sorgen und nicht exakt angegeben werden können. Deshalb nutze ich die meist genutzten Zeitangaben….

Errichtet wurde Angkor zwischen dem 9. Und 15. Jahrhundert und von vielerlei Machthabern erweitert, sodass sie bis heute die weltgrößte Tempelstadt ist.

Den Anfang machte dabei wohl 9. Jahrhunderts Jayavarman II. Er regierte zwischen 802 und 850 und ernannte das Land zum Khmer Reich mit der Hauptstadt Roluos. Während sein Sohn die Stadt l vergrößerte, gründete sein Enkel Yasovarman I. eine komplett neue Stadt mit dem Haupttempel auf einem Berg – dem Phnom Bakheng;

Desweiteren wurden erste Wasserreservoire angelegt.
Über weitere Generationen hinweg wurden weitere Städte erbaut, Hauptsitze verlegt, das Khmer Reich bis nach Thailand vergrößert und etliche Wasserreservoirs angelegt – die bis heute noch bestehen und selbst aus dem All zu sehen sind! Dies kam auch der Landwirtschaft zugute, was für eine stabile Versorgung genutzt wurde und die Städte aufblühten.

Um 1150 wurde Suryavarman II zum König ernannt, der den wohl berühmtesten Tempel Angkors erschuf; Angkor Wat.

Ein weiteres Highlight Angkors ist die ehemalige Hauptstadt Angkor Thom. Erbaut wurde Angkor Thom unter Jayavarman VII Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts. Dazu gehört auch einer meiner Lieblingstempel – der „Bayon“;


Geformt wie ein Berg, stellt dieser Tempel nach damaligem Glauben den Berg Meru nach, auf dem die Götter lebten.

Bevor unter Jayavarman VII Angkor Thom jedoch errichtet wurde, bestand der Größte Teil der genutzten Fläche aus dem damaligen Königspalast, der zu dieser Zeit schon knapp 200 Jahre alt war. Höchstwahrscheinlich wurden Teile von ihm überbaut oder verschmolzen nun mit Angkor Thom.

Ein kleiner Tempel, der sogenannte „Phimeanakas“ besteht jedoch bis heute und zählt als eines der letzten Überbleibsel des Königspalastes. Er wurde höchstwahrscheinlich nur vom damaligen Erbauer und König Suryavarman I. genutzt.

Angrenzend dazu gehört auch die sogenannte Elefantenterrasse, die mit allerlei Reliefs und Statuen der verehrten Tiere verziert ist. Sie gilt als Aussichtsplattform für den König zum Paradeplatz, auf dem allerlei Festivitäten stattfanden.


(Im Übrigen darf man hier, wie auf viele weitere Tempel, hinaufsteigen. Zum Nachteil der eigenen Sicherheit gibt es allerdings keine Sicherungen, Geländer,… die jedoch auch einiges an der Echtheit der bauten zerstören würden!)

Läuft man die Terrasse gegen Norden, so stößt man auf die „Terrasse des Lepra Königs“.

Da es über Angkor, wie bereits erwähnt, wenige hinterlassenen Nachweise gibt, ist unsicher ob diese Terrasse von Jayavarman VII. oder Jayavarman VIII. erbaut wurde. Auch ist nicht ganz geklärt, ob die kopflose Statue, die einst darauf stand, Jayavarman I. (der an Lepra starb) oder den hinduistischen Todesgott Yama darstellte.

Fest steht jedoch, dass diese Terrasse für Todeszeremonien und die folgende Einäscherung genutzt wurde.

Unter Jayavarman VII. wurde auch der kleine Tempelkomplex Ta Prohm erbaut, der wohl durch seinen Eingriff der Natur zu den bekanntesten aber auch Eindrucksvollsten Tempeln gehört.

Auch auf den Grundstücken weiterer Tempel(-komplexe) gibt es derartige Eingriffe der Natur, dessen Kraft die bauten bisher jedoch standhalten.

Wie bereits erwähnt, dürfen vielerlei Tempel „bestiegen“ werden, wobei die eigene Sicherheit in jedermanns eigenen Händen liegt. Denn von sehr winzigen, steilen und bröckeligen Stufen, fehlendem Geländer,… gibt es hier alles. Dennoch bleibt dadurch die Echtheit der Tempel erhalten!

Zwar gilt, dass die meisten Kambodschaner dem Buddhismus angehören. Jedoch verehren vielerlei Menschen zusätzlich Hinduistische Gottheiten, was sich auch in Angkor widerspiegelt. So erzählen die verschiedenen Refliefs in den Tempeln Geschichten Hinduistischer Götter, zeigen tanzende Gottheiten,… Angkor Wat z.B ist grundsätzlich Vishnu gewidmet.

Auf letzterem ist „Devas“ zu sehen, der als „Bekämpfer der Dämonen“ gilt. Auch vor vielerlei Tempeln in Angkor, stehen Dämonenbekämpfer die zusätzlich eine Naga (Schlagenkreatur) halten und somit Göttliches Gut beschützen sollen.

Angkor ist und bleibt wohl eines der beeindruckenden Tempelstädte die ich je gesehen habe. Der Bayon ist dabei definitiv auf Rang 1! Und bei dir?

Categories: Kambodscha, Südostasien

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