Südostasien

Chiang Mai Trekking Tour

Nicht weit von Chiang Mai beginnen die unweiten des Dschungels, der weiter nördlich bis ins Landesinnere Myanmars reicht. 3 Tage lang machten wir eine Trekking-Tour mit, die in manchen Momenten an ein Survival Programm erinnerte.

Ausgestattet mit einem kleinen Rucksack, Zahnbürste, nötigstem Duschzeug, Pflaster, Kamera und Trinken liefen wir den ganzen Tag ins Innere des Waldes, weg von jeglicher Zivilisation. Bei gerade einmal 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ging es stets Bergauf und kostete wohl allen einiges an Kraft – ausgenommen unserem Guide. Dieser hingegen latschte mit seinen Flipflops über Stock und Stein, nahm uns teilweise sogar noch die Taschen ab, und war frohmunter. Er war es wohl gewohnt in solch einer Hitze zu wandern…

Gegen Spätnachmittag erreichten wir die ersten Lichtungen auf denen sich vereinzelt Bergdörfer befanden.

Ein kleines Bergdorf, inmitten des Waldes

Anfangs schienen sie wirklich sehr verlassen und von jeglicher Zivilisation entfernt. Es liefen Hunde, Katzen, Hühner mit ihren Küken und sogar Schweine frei zwischen Holzhütten herum und hier und da waren Kühe angebunden. Jedoch waren sie auf unsere kleine Gruppe vorbereitet. So konnten wir unsere Wasservorräte auffüllen, bekamen Trinken und Essen. Wer bisher allerdings noch nicht mit Stäbchen essen konnte, lernte es spätestens hier. Denn unsere Nudelpfanne war frisch in (Bananen?-)blätter eingepackt und wurde uns mit Stäbchen in die Hand gedrückt, die unser Guide wenige Miuten zuvor noch aus Ästen geschnitzt hatte.

Danach ging es allerdings direkt weiter; Vorbei an Reisfeldern, auf denen gerade Wasserbüffel grasten, über Bachläufe mit wirklich sehr einfach gehaltenen Brücken und durch die unweiten des Waldes, der teilweise nur noch aus Bambus bestand.


…über die Brücken der Bachläufe

Am frühen Abend erreichten wir auch unsere erste Unterkunft; ein kleines Stelzenhäuschen nahe eines kleinen Dorfes. Anfangs schien es uns etwas zerbrechlich, so konnte man sogar zwischen den einzelnen Holzbalken, aus denen das Haus bestand, hindurch sehen. Jedoch schütze es durch die Höhe wohl vor einigen Tieren und bat eine wunderbare Aussicht über den Wald.

Aussicht aus unserem kleinen Stelzenhäuschen

Der Innenbereich bestand dabei lediglich aus einer erhobenen Ebene die mit Matratzen, Decken und Moskitonetzen ausgestattet war.

Unser Schlafraum

Am Abend nahm unser Guide uns mit zu einer bekannten Familie aus dem nahegelegenen Dorf. Er stellte uns vor und begann mit einem Ratespiel; So mussten wir Europäer das Alter der Thais schätzen und die Thais unseres. Natürlich unterschätzen wir die Thais gnadenlos und konnten teilweise nicht unterscheiden, wer nur „ein Kind“ sei oder sogar schon selbst Mutter eines der vielen Kinder sei.
Verrückterweise wurden wir Europäer jedoch auch völlig falsch eingeschätzt. So wurde ich auf 16 Jahre geschätzt und im selben Atemzug gefragt, ob ich denn nicht noch Schulpflichtig sei und was ich hier denn tun würde, so „alleine“… Sie waren völlig perplex!
Wir unterhielten uns über Schule, die wichtigkeit ihrer Prinzessin (deren Geburstag wenige Tage zuvor groß gefeiert wurde) und über das Heiraten… Schon den ganzen Tag über hatte ich in den Bergdörfern Schweine unter den Stelzenhäuschen gesehen und mich gefragt wozu sie in diesen geringen Massen dienen könnten. Es stellte sich heraus, dass für jede geborene Tochter eine Familie ein Schwein anschafft. Da es nicht sonderlich wählerisch ist, wird es durch die Essensreste der Familie genährt und so lange gehalten, bis die Tochter heiratet. Dann wird das Schwein geschlachtet und als Festmahl serviert. Es gilt als ungeschriebe Aufgabe der Familie seitens der Braut, dies zu spendieren.
Auf meine Frage, ob man sich seinen Partner selber aussuchen dürfe bekam ich allerdings eine leicht widersprüchige Antwort. Unser Guide erklärte, dass man sich selbstverständlich seinen Partner selbst aussuchen dürfe, jedoch die Eltern sozusagen das letzte Wort hätten und auch das gute Recht hätten, den gewählten Partner abzulehnen. Dies müsste dann respektiert werden und nach einem neuen Partner gesucht werden. Nachdem er mich fragte, ob ich denn verheiratet wäre, erzählte er mir von seiner Verlobten. Sie würden jedoch erst in ein paar Jahren heiraten, sie solle noch ihr Leben genießen, zur Schule gehen,… Nachdem ich allerdings erfuhr, dass sie gerade einmal 14 und er ende zwanzig war, merkte ich, dass wir wohl unterschiedlich Ansichten über die Definition einer zwangsheirat haben…

Der zweite Tag verging wie im Fluge und schien mir in vielen Momenten wie irreal. Während ich viele exotische Früchte erst vor wenigen Tagen kennengelernt hatte und Pflanzen wie Bambus bisher nur zu Dekozwecken Zuhause gesehen hatte, fand sich nun alles um mich herum in freier Natur. Es gab Wege, die nur von Bambus gesäumt waren, Bäume und Sträucher voller Sternfrüchte und Chillis, freie Bananenpalmen an denen wir uns bedienten, Passionsfrüchte in solchen Massen, sodass unser Guide uns einige als Nachtisch miteinsteckte.

Unser dritter und letzter Tag spielte sich hauptsächlich auf einem kleinen Holzbötchen ab, dass uns den Bachlauf entlang fuhr. Da jedoch gerade die Trockenzeit sich dem ende nahte, blieben wir auch das eine oder andere mal stecken, fuhren anderen auf, weil diese sich fest gefahren hatten,…

Nach diesen Abenteuerreichen Tagen freute ich mich umso mehr wieder auf ein richtiges Bett und unserem nächsten geplanten Trip nach Chiang Rai.

Categories: Südostasien, Thailand

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