Fez

Nachdem ich nun knapp 5 Tage hier in Marokko bin, neigt sich mein kleiner Urlaub schon dem Ende zu. Einen Tag davon durfte ich hier, in der kleinen Stadt Fes verbringen…

Gleich früh morgens habe ich mich somit auf den Weg Richtung Altstadt gemacht. Untwerwegs gab es dabei den Königspalast (oder zumindest die Fassade und den angrenzenden Park) zu besichtigen.

Mein Plan, anschließend ein Taxi zu nehmen um zur Media zu kommen gestaltete sich allerdings schwerer als gedacht. Denn hingegen all meiner Erwartungen, dass ich mit meinen Englischkenntnissen gut durchkommen sollte (ist ja immerhin ein echter Tourihotspot), wird hier neben Arabisch ausschließlich Französisch gesprochen. Dank Google Maps und der arabischen Version meiner Ziele hab ich es dann aber doch geschafft und war wohl etwas früh dran, denn die gesamte Medina gehörte gefühlt mir allein – und dass um 9.30 morgens!

Im Gegensatz zu Marrakesh geht es hier zwar sehr gemütlich zu, doch sind die einzelnen Gassen noch verwinkelter als sonst wo. Kleine Schilder führen eine Art Rundgang entlang der ganzen Moscheen (die ich als Nicht-Muslimin jedoch nicht betreten darf), Bibliotheken und sonstigen Gebäuden um schließlich an meinem Highlight des Tages zu enden; die traditionelle Gerberei!

Nachdem es mir scheinbar im ersten Moment den Atem sichtlich verschlagen hat, gestellte sich ein Mitarbeiter zu mir und meinte, ich solle mir ruhig Zeit nehmen. Danach erklärte er mir den Vorgang relativ detailliert.

Erstaunlich dabei ist, dass hierbei auf sämtliche Chemikalien verzichtet wird. So wird das Leder (von Kuh, Kamel, Ziege und Schaf) erst einmal für einige Zeit von sämtlichen Bakterien befreit und für den Farbvorgang aufgeweicht. Dabei wird auf eine Flüssigkeit (weiß/links im Bild) bestehend aus Salz, Wasser und Kalk gesetzt und durch die Füße der Arbeiter geknetet.

Danach wird es in den jeweilig gewünschten Farben getränkt, was je nach Intensität der Farbe manchmal wenige Stunden, oftmals aber auch mehrere Tage oder gar Wochen in Anspruch nimmt.
Die Farben werden dabei schon im Voraus auf Naturbasis gebraut. So entsteht aus;

Minze – Grün
Mohn – Rot
Safran – Gelb
Indigo(-pflanze) – Blau
Henna – Orange
Zedernholz – Braun

Auch im weiteren vorgang werden Maschinelle Unterstützer vergebens gesucht. So werden die Häute von Hand noch einmal bearbeitet und von Fett sowie überschüssigen Haaren befreit, soweit dies nicht schon in der vorherigen Tränke passiert ist. Auch der Farbvorgang an sich besteht aus reiner Menschenhand, sodass die Arbeiter oftmals selbst komplett in den Farbtöpfen stehen um das Leder überhaupt richtig tränken zu können.

Categories: Afrika, Marokko, Reisen

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