Chaotisches aber

liebenswürdiges Hanoi

Bis heute kann ich es kaum fassen, besonders in Hanoi nicht umgefahren worden zu sein. Die Straßen sind dermaßen überfüllt, alles fährt kreuz und quer, Ampeln sind Mangelware und große Kreuzungen dafür umso öfter vorzufinden.

Dafür ist in Hanoi aber auch an jeder Ecke etwas zu entdecken. So liefen wir an einer Straße entlang und fanden Gleise direkt an der Hauswand entlang
(hier auf dem Foto zwischen Transporter und Haus)

Gleich ein Stück weiter fanden wir diesen Motorroller, der wohl keine alltägliche Ware mit sich führte.

Eines muss man dem Inhaber/Fahrer aber lassen – das Wasser war wenigstens sauber und die Fische schienen friedlich. Denn in Sukhothai hatte ich bereits einen kleinen Marktstand gesehen, der auch Tiere aus der Tüte verkaufte. Allerdings war das Wasser trüb und die Mischung der Tiere auch nicht sonderlich gut gewählt. So ging in der einen Tüte ein kleiner Aal auf die anderen Fische los, während in einer weiteren Tüte Molche und Frösche zu Kannibalen wurden und kleinere verschlangen.

Auch auf dem Markt ging es tierisch zu. Es gab allerlei Getier zu kaufen, frisches Obst und Gemüse und viele leckere Gebäcke.

(Und ja, möge der Gang noch so eng sein… Ein Motoroller muss überall durchgelassen werden!)

Meist kamen wir an diesem Tag (und weiteren) mit Frauen in Kontakt, redeten mit ihnen über ihre Ware, alltägliches,… Dabei waren sie sehr höflich, offen, schienen auch stets interessiert, woher wir kommen, was wir hier gesehen haben und noch möchten. Aber sie schienen mir keinesfalls so unsicher, eventuell auch tapsig wie in Laos oder Thailand. Hier strahlen die Frauen ein Selbstbewusstsein aus, wissen genau was sie wollen und können auch wirklich temperamentvoll werden, wenn ihnen etwas nicht passt!

So kam ich in den großen Vorstellungsraum und fand ein großes Wasserbecken vor mir. Darin bewegten sich die unterschiedlichen Figuren, die mit Stäben unter Wasser aus dem Bereich hinter der Bühne gesteuert werden. Die Figuren selbst erzählen Geschichten vom Landleben, Legenden und Sagen nach.

Eine davon ist z.B von LeLoi, einem armer Fischer der am Rande des Hoan-Kiem-Sees im 15 Jahrhundert lebte. Ihm wurde durch eine goldene Schildkröte ein Schwert überreicht, das ihn unbesiegbar machte. Damit gelang es ihm die Chinesen, die zu dieser Zeit Vietnam besetzten, zu vertreiben. Nachdem wieder Frieden in Vietnam herrschte, kehrte er zurück zu dem See, wo die Schildkröte wieder auftauchte und im Namen der Götter das Schwert zurück verlangte. Er gab es und wurde später König.

Zum Dank der Schildkröte errichtete er einen Schildkrötenturm inmitten des Hoan-Kiem-Sees, der bis heute noch steht und auch auf vielen Malereien zu sehen ist. Lustigerweise befindet sich das Wasserpuppentheater nur wenige Meter davon entfernt.

Neben der Schildkröte kamen auch drei weitere heilige Tiere in den Stücken vor. So gab es Szenen mit kỳ lân (Qilin, ein chinesisches Fabeltier, auch Chinesisches Einhorn genannt), einem Phönix und Long, dem chinesischen Drachen, der sogar richtiges Feuer spucken konnte.

Je nach Szene änderten sich auch die Musik und der Gesang, die von dem Orchester auf der linken Seite gespielt wurde. Dabei werden asiatische Musikinstrumente genutzt, die den Klang besonders für Europäer zu etwas besonderem machen.

Categories: Südostasien, Vietnam

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