Laos

Mein erster Grenzübergang in Asien

Bereits in Bangkok hatten wir uns auf diesen Grenzübergang vorbereitet, eine Hostelunterkunft in Nordthailand, Transporte zur Grenze und die 2 tägige Bootsfahrt mit dem Slowboat nach Luang Prabang gebucht. Somit wurden wir gleich morgens von unserem Hostel in Chiang Mai (Nordthailand) abgeholt und fuhren mit 10 anderen Backpackern gute 8 Stunden (mit mehreren Stops) in die kleine Stadt Chiang Khong, knappe 20 km von der laotischen Grenze entfernt.

Untergebracht wurden wir in einem weiteren Hostel, das wohl nur von diesem Übergang lebt. Neben gut 30 weiteren Backpackern wurde uns genauestens erklärt, wie am nächsten Morgen der Grenzübergang verläuft und was wir benötigen. Dazu gehörten ein Ausreiseformular/Visaantrag, der Reisepass und ein Passfoto. Wer bis dahin jedoch noch kein Passfoto hatte, konnte hier direkt an der „Rezeption“ noch eins machen lassen. Zudem musste wir unser Geld dort passend wechseln lassen, um genau 34 US Dollar zu haben, die wir an der Grenze bezahlen sollen.

Es war ein langer Tag, vor allem im sehr engen Transporter dem ich nun aufgrund von Wasser in den Beinen Hobbitfüße zu verdanken hatte. Umso mehr freute ich mich nun auf ein Bett. Kaum lagen wir nun, bemerkte meine Reisepartnerin Wanzen im Zimmer. Kaputt (und im Nachhinein dumm) wie ich war, nahm ich es nicht ernst, ignorierte die Wanzen und meinte, es würde schon nichts passieren. Während Sie auf die Wanzen erfolglos losging und versuchte platt zu stampfen, schlief ich langsam ein und machte mir nicht einen Gedanken darüber, was um mich herum krabbelte – bis ich mitten in der Nacht aufwachte! Mein Arm war völlig zerbissen, juckte und kratzte. Ändern konnte ich allerdings in diesem Moment nichts mehr, denn es waren nur noch wenige Stunden bis zur Abfahrt. So schlief ich weiter und wurde in den folgenden Tagen immer wieder auf meinen Arm angesprochen, der echt nicht hübsch aussah… Zu meinem Nachteil hatte sich somit wieder einmal bestätigt, dass die kleinsten Tiere die schlimmsten sind!

Der Schmuggler-Transport

Der nächste morgen begann schon sehr früh, gegen 6 Uhr, als wir von kleinen Transportern abgeholt wurden. Wer allerdings nach diesen bisher super durchgeplanten Vorbereitungen an einen gesitteten Grenzübergang dachte, hat sich getäuscht! Unsere Transporter bestanden lediglich aus Pick-ups, auf deren Ladefläche wir nun zusammen mit unserem Gepäck regelrecht zusammengepfercht wurden. Als bereits gesammelte Gruppe an Pick-ups fuhren wir mit eindeutig überhöhter Geschwindigkeit Richtung Grenze. Dass noch weitere Gruppen auf diesem Weg dahin sind, hätte ich allerdings nicht gedacht. So schien es, als wäre die gesamte Straße voller Transporter nur mit Backpackern unterwegs.
Dort angekommen bestätigte sich, dass wirklich gute 100 Backpacker hier unterwegs waren. Wie Sie wurden wir nun von Schalter zu Schalter geschickt, um hier aus Thailand auszureisen, unsere Papiere zu zeigen und die nötigen Stempel abzuholen. Dann mussten wir mit unserem Gepäck ein Stückchen laufen um an der laotischen Seite unseren Visaantrag, das Passfoto und die 34 Dollar abzugeben. Dafür musste man natürlich wieder die einzelnen Schalter ablaufen um auch im Reisepass alles sorgfältig zu dokumentieren.
Nachdem alle fertig waren, wurden alle mit großen Bussen in das nahegelegene Huay Xai gefahren. Wir kamen relativ nahe am Mekong an, konnten uns noch etwas Kleines zu essen kaufen und mussten nur der Masse zum richtigen Boot hinterher laufen.

Mit dem Slowboat Richtung Luang Prabang

Unten am Ufer standen bereits mehrere kleine Holzboote, die zwar mit Holzbänken ausgestattet waren aber es wohl nicht genug Platz für alle gab. So wurden noch vom Ufer alte Autositze mitten auf die Gänge gestellt um mehr Sitzplätze zu schaffen. Mit gut 80 weiteren (überwiegend) Backpackern, schipperten wir gute 8 Stunden den Mekong entlang, genossen die Aussicht und unterhielten uns. Lustiger weise trafen wir auf ein Österreichisches Paar wieder, dass wir bereits in Sukhothai kennengelernt hatten. Auch machten wir neue Bekanntschaften, mit denen wir die folgenden Tage verbrachten.

Während der gesamten Fahrt spielten sich allerlei verrückte Geschichten ab. So hielten wir hin und wieder im gefühlten nirgendwo, um neue Passagiere aufzunehmen oder andere abzusetzen. Was diese allerdings teilweise mit sich führten, war unfassbar.

Als ich auf „Toilette“ gehen wollte, fand ich mich zwischen Eimern voller lebender Fische wieder, die bei dem ganzen geschaukel beinahe hinausschwappten.
Ein Mann trug gute 200 kg Reis mit sich herum. Wie er die Säcke zu jenem „Hafen“ transportiert hat und bei seinem Ausstieg wieder vom Fleck bekommen haben könnte, ist mir bis heute ein Rätsel.

eine Anlegestelle (mit einem Boot wie im Hintergrund sind wir übrigens gefahren)

Eine Familie hatte wohl größeres vor und brachte für ihre 2 Stündige Fahrt neben Reissäcken auch gleich einen Reiskocher, Geschirr, Esstäbchen, Decken, Kasettenspieler,… einfach alles mit! Während nun wir Backpacker aus allen Ländern der Welt vielleicht ein belegtes Baguette und ne tüte Chips hatten, wurden von den Einheimischen ganze Festmahle vollbracht.

Nach circa. 8 Stunden kamen wir in Pak Beng an, wo wir auch die Nacht verbrachten. Als wir dort mit den Einheimischen in Kontakt kamen, fiel uns sofort auf dass es wirklich sehr starke Ähnlichkeiten zu Thailand gibt. So ist das Essen sehr ähnlich, nur dass man hier vermehrt mit Stäbchen isst und seltener Besteck beigelegt bekommt.

Auch wurde mir gesagt, dass man als Thai einen Laoten (und umgekehrt) bei leichten Unterhaltungen verstehen kann, da man sich einiges herleiten könne. So wird nur im Thailändischen zwischen dem Sprecher (Mann oder Frau) unterschieden;

Hallo
(Lao) sabaidii
(Thai) awatdii khaa (w), sawatdii khap (m)

Danke
(Lao) koop Tjai
(Thai) khop khun khaa (w), khop khun khap(m)

Auf Wiedersehen
(Lao) laa koon
(Thai) laa goon nakha

Der Markt in Pak Beng

Den nächsten Tag schipperten wir wieder knappe 9 Stunden den Mekong entlang, sodass wir am gleichen Abend in Luang Prabang, der zweitgrößten Stadt Laos ankamen.

Categories: Laos, Südostasien

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