Lumbini

Die Geburtsstätte Buddhas

Inmitten eines rießigen Gartens befindet sich der wohl wichtigste Ort des Buddhismus, vergleichbar mit Varanasi der Hindus oder dem Mekka der Moslems; der Geburtsort Buddhas.

Als Sohn eines indischen Königs oder einem Einflussreichen Fürsten (je nach Überlieferung) wurde Siddhartha Gautama (Buddha) um 500 bis 600 vor Christus hier in einem Palast geboren, dessen Mauern noch bis heute bestehen.

Maya, Siddharthas Mutter, hatte schon vor der Geburt eine Vision, in der sie die Seele ihres Sohnes in Gestalt eines weißen Elefanten sah. Sie werden als heilig angesehen und stehen für viel Reichtum sowie unermessliche Macht als König.

Aber auch nach der Geburt, wurde Siddhartha ein Leben als großer König oder heiliger Mann vom Seher Asita vorausgesagt.

Daraufhin wurde Siddhartha weder religiös erzogen, noch bekam er menschliches Leid zu sehen, sodass er sein Leben lediglich innerhalb den Mauern des Palastes verbrachte. Er wurde verheiratet, wurde sogar selbst Vater, doch war immer noch nicht erfüllt von seinem Leben. So machte er sich mit 29 Jahren zu vier Ausfahrten, jeweils in die verschiedenen Himmelsrichtungen. Er sah zum ersten Mal Leid, Schmerz, Krankheit, Tod und Alterung. Schnell stellte er fest, dass dies, selbst durch Reichtum, unumgänglich die Realität ist. Daraufhin verließ er endgültig seine Familie und begann ein Leben als Askese, die auf unterschiedliche Art und weisen verschiedene Fähigkeiten, Selbstkontrolle und einen festen Charakter erlangen sollen. Er entschied sich für die Schmerz-Askese, die ihn jedoch fast den Hungertod kostete und nicht seine Erwartungen erfüllte. Daraufhin wandte er sich den Askesen ab und wanderte allein umher, meditierte und fand so seinen eigenen „mittleren Weg“ ohne Einfluss und extreme anderer Religionen.

So geschah es, dass er eines Abends unter einer Pappelfeige (heute auch als „Baum der Weisheit“ oder „Bodhi Baum“ bekannt) erwachte („Bodhi“). Er entwickelte seine eigenen Ansichten, seinen „mittleren Pfad“, den er von nun an lehrte. Dabei vermittelte er eine Philosophie, einem Leben zwischen Askese und Luxus, seinen 4 edlen Wahrheiten (dem Leiden, die Entstehung des Leidens, die Beendigung von Leiden, und dem daraus resultierenden Edlen Achtfachen Pfad, dem Weg zum Erlangen der Erlösung – dem Nirwana).

Von daher ist die Buddhistische Religion nicht an einen Gott gelehnt, sondern eher eine Philosophie und Lebenseinstellung, die in den jeweiligen Ländern Asiens unterschiedlich Praktiziert werden und unterschiedliche Rituale aufweisen.

So praktizieren knapp 10% der Nepalesen die Buddhistische Philosophie, die in ihren Ritualen jedoch an den tibetischen Buddhismus gelehnt ist. Dazu zählen besonders die Gebetsfahnen, die auch hier in Lumbini zu mehreren tausenden aufgehängt sind.

Die Anzahl (5) der verschiedenen Fahnen hat dabei eine besondere Bedeutung. Denn im tibetischen Buddhismus gibt es fünf („Heilige“) Himmelsrichtungen; Norden, Süden, Westen und Osten, die jeweils zur fünften Himmelsrichtung, dem Zentrum (einer Stupa, dem Dharma und Kreislauf des Lebens nach Buddha) führen. Zusätzlich hat auch jede Farbe eine Bedeutung, die an den Zuweisungen der Elemente angelehnt ist. So steht Rot für das Feuer, gelb für die Erde, weiß für die Luft (den Wind und die Wolken), grün für das Wasser und blau für den Himmel, die Leere und den Raum.

Auf jede Gebetsfahne sind Gebete oder Mantras gedruckt, die durch Symbole ergänzt werden.

Das wohl bekannteste ist dabei das traditionelle tibetische Mantra „Om mani padme hum“. Es drückt Mitgefühl aus und besagt so viel wie, dass alle Lebewesen der Erde aus dem ewigen Kreislauf des Lebens befreit werden sollen. Damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird dieses Mantra oft mit dem aus der tibetischen Mythologie stammenden Windpferd abgebildet. Es soll durch den Wind, der die Fahnen zum Flattern bringt, losfliegen und die Gebete sozusagen in den Himmel bringen.

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