Mandalay

…meine erste Eindrücke von Myanmar

Myanmar zählt wohl bis heute zu den noch verschlossenen Staaten Asiens. Dabei steht vor allem die Politische Lage stets im Vordergrund, die vergleichsweise wohl noch instabil wirkt, oftmals nicht klar ist, wer an der Macht steht und auch für gesellschaftliche Probleme (wie Ethnische Verfolgungen z.B. der Rohingya) bisher wenig Fortschritte macht.

Doch ist Myanmar gegenüber dem wachsenden Touristenansturm weitestgehend geöffnet und lediglich an politisch angespannten Regionen (meistgehend den Grenzregionen) für Touristen unzugänglich. So entschieden wir uns für Stops in Mandalay, Bagan und dem Inle Lake.

Auch wenn Mandalay zu den größten Städten Myanmars gehört, so gibt es zwar das übliche asiatische Verkehrschaos, den Lärm und alles was dazu gehört – jedoch mit einem Haken; Denn selbst hier, in der großen Stadt gibt es außerhalb des Palastes keine Straßenbeleuchtungen, Stromausfälle stehen an der Tagesordnung, sodass sämtliche Stromaggregate gefühlt durchgängig laufen und auch sonst erinnert das Leben der Bewohner abseits der wenigen Hauptstraßen an ein Leben auf dem Land…

Auch strahlen die Tempelanlagen hier eine Ruhe aus, wie ich es bisher selten in Asien erlebt habe. Kaum betritt man eine der vielen in Massen vergoldeten Anlagen, landet man wie in einer anderen Welt, abseits vom Lärm und Trubel der anliegenden Hauptstraßen. Leise klingeln die vielen Glöckchen im Wind, hier und da verirrt sich jemand hin, sodass man größtenteils alleine ist.

In vielen asiatischen Kulturen werden durch Puppentheater Legenden oder auch Märchen mit tiefgründigen Sinnen Stundenlang nach erzählt. Dazu gehört z.B das Wasserpuppen Theater aus Vietnam, oder eben die Theateraufführungen aus Myanmar, die wir uns eines Abends ansahen. Dabei werden die meisten Parts von Marionetten gespielt, in englischer Sprache und landesüblichen Instrumenten begleitet (die hier neben dem zärtlichen typisch asiatischem auch etwas schrille und kitschige Klänge aus dem Indischen Musikstil haben).

Aber auch volkstümliche Tänze werden vorgeführt und wurden im „Mandalay Marionettes Theatre“ selbst in die Erzählungen der Legenden integriert, sodass die Tänzerin wie eine Marionette bespielt wurde.

Ein weiteres Landestypisches Merkmal sind die vielen Einheimischen, die mit einer braunen Paste bemalt sind. Dabei handelt es sich um „Thanaka“, die aus Holzapfelbaumrinde gemahlen wird. Sie soll einerseits gegen UV Strahlung als Sonnenschutz wirken und zählt gleichzeitig aber auch als Schönheitsideal anstatt des uns bekannten Make-ups. Während Erwachsene (überwiegend Frauen) sich Kreise oder Striche auf die Wangen und Stirn malen, werden bei den Kindern häufig Zeitaufwändigere und deutlich kindlichere Muster wie Herzchen oder eben Blümchen auf das Gesicht gemalt.

An einem Tag machten wir uns auf den Weg nach Amarapura, etwa eine Stunde von Mandalay entfernt. Dabei besichtigten wir ein Kloster, welches um 10.15 zur Speisung läutete. Dafür mussten die Mönche mit ihren kleinen Töpfen, in der sie ihre Gaben gesammelt hatten, barfuß antreten, sodass etliche Flip Flops (das alltägliche Schuhwerk eines jeden Asiaten im Südosten) in wirklich jeder Ecke vorzufinden waren.

Dass in Klostern so viele Kinder vorzufinden sind, kann im übrigen verschiedene Gründe haben. So gibt es Klöster, die wie eine art Internat funktionieren und neben dem Buddhismus auch berufsähnliches Wissen vermitteln, wobei sie jedoch wie ein Mönch zu leben haben und erst im späteren Alter entscheiden, ob sie als Mönch weiter leben möchten oder eben nicht. Die gleiche Wahl, zwischen dem „endgültigen“ Leben als Mönch oder dem eines normalen Bürgers gilt auch jenen, die als Weisen in Kindheitstagen von Klöstern aufgenommen wurden. Jedoch können Kinder auch nur Zeitweise in Klöster gegeben werden, denn in vielen Buddhistischen Kreisen gibt es die Anforderung ein (oder sogar mehrmals) im Kindes- (6-8 Jahre) und Jugendalter (13-15) als Mönch zu leben.

Natürlich sind die Mönche nicht ständig an ihr Kloster gebunden. Auch sie dürfen immer wieder nach Hause oder eben auf Erkundungstouren gehen. Wie oft habe ich in Bussen oder Zügen Mönche getroffen, die auf dem Weg zu einer heiligen Stätte (wie Bagan) oder sogar in andere Länder (wie Thailand) unterwegs waren?
Doch auch während ihrer Zeit im Kloster sind sie außerhalb ihrer Gebetszeiten frei, sodass man sie in der Innenstadt (teilweise sogar mit Tablet ausgestattet) antrifft, oder eben, wie hier, an der U-Bein Brücke in Amarapura – der längsten Teakholzbrücke der Welt.

…auch gibt es hier weitere Pagoden, die gefühlt nur aus Gold bestehen. Natürlich werden diese nicht vom Staat finanziert, sondern lediglich aus Spenden und den Einnahmen des verkauften Blattgoldes (womit ein Buddhist Statuen bekleben kann).

Dass das eingenommene Geld jedoch so öffentlich gezählt wird, verwunderte jedoch dann schon ein wenig…

Categories: Myanmar, Reisen, Südostasien

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