Indien

Vārāṇasī

Vārāṇasī

Die heilige Stadt Indiens…

…entlang des Ganges

Varanasi gilt als eine der wichtigsten Städte Indiens, als Mekka des Hinduismus.

So ist Varanasi die Stadt des Shivas, einem der drei Hauptgötter neben Vishnu und Brahma. Eigentlich bedeutet Shiva so viel wie der Glücksverheißende. Wird er jedoch in der hinduistischen Trinität aufgezählt, gilt er neben Brahma (dem Schöpfer) und Vishnu (dem Bewahrer) als der Zerstörer. Dies wird genau in dieser Stadt unter anderem als „Zerstörer“ des Lebens interpretiert. Denn genau hier herrscht der Tod über das Leben und doch zeigt sich gleichzeitig seine „Glücksverheißende“ Seite, wenn es nach dem hinduistischen Glauben geht.

Grund dafür ist der Fluss Ganges, der auch als „Mutter Ganga“ bekannt ist und eine eigene Gottheit darstellt.

„Ganga“ ist eigentlich die Milchstraße (bestehend aus Wasser), die der Mythologie nach auf die Erde geholt werden sollte um drei zu Asche verbrannte Königssöhne zu erlösen. Jedoch wurde bedacht, dass die Massen an Wasser, wenn sie denn herabstürzen sollten, die Welt wohl zerstören würden. So versprach Shiva, die Masse zu bremsen und teilte das herunterkommende Wasser mit seinem Haar in die sieben heiligen Flüsse Indiens.

Seither gilt er als Schöpfer des heiligen Flusses Ganges, dessen Wasser die Königssöhne und bis heute einen jeden Hinduisten erlöst. Dafür werden entlang des Ganges, den Ghats,…

…an sämtlichen Stellen verstorbene an offenen Feuerstellen verbrannt. Die Asche wird anschließend in den Ganges verstreut, dessen Wasser auch „Amrita“ (Nektar der Unsterblichkeit) genannt wird. Dies soll dem verstorbenen von dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt befreien und ins „Moksha“ (vergleichbar mit dem Nirwana) befördern.

Ausgenommen von der Veraschung sind jedoch Kinder, schwangere Frauen und Priester. Diese werden nach einer Zeremonie, die vergleichbar mit einer Beerdigung ist, in Tücher gehüllt und auf den Grund des Ganges versenkt.

Jedoch kann der Ganges auch einen lebenden erlösen. So reisen jährlich tausende Pilgerer nach Varanasi, um sich im heiligen Gewässer zu waschen. Dafür gehen sie oftmals nur wenige Meter von den Krematorien entfernt ins Wasser baden, bespritzen sich mit Wasser und erlösen sich somit von allem bösen, den bisher begangenen Sünden.

Jeden Abend wird eine sogenannte „Puja“ (Zeremonie) abgehalten. Dafür sind wir auf ein kleines Boot gegangen…

und haben (wie viele tausende auch) bei Sonnenuntergang kleine Kerzenschalen ins Wasser gesetzt.

Langsam schipperten wir weiter, bis wir auf den Ghats eine riesige Bühne erreichten. Unter tausend anderen Menschen blieben wir in unserem kleinen Boot, nahe der Bühne und konnten so eine art Gottesdienst sehen, die voller Gesang und Feuer ist. Ein wichtiger Bestandteil der Zeremonie ist die Herstellung von Rauch, wodurch eine Verbindung/ein Weg zwischen der Erde und dem Himmel (dem göttlichen) hergestellt werden soll.

Eine weitere Legende besagt auch, dass die „Männlichkeit“ Shivas und sein Einfluss, als Schöpfer des heiligen Flusses, Grund für die vielen Bullen in der Stadt sind.

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